Was die Plattform kann, wo sie aufhört, und was wir daraus anbieten. Stand: August 2026 · Consulting, Projektleitung, Entwicklung, Sales
Legende
| Label | Bedeutung | Kostenfolge |
|---|---|---|
| Nativ | Konfiguration im Admin, alle bezahlten Pläne | keine |
| Advanced | ab Plan Advanced | Plan-Upgrade |
| Plus | nur Shopify Plus | Plan-Upgrade |
| Function | kleines Entwicklungspaket (Shopify Function) | gering |
| App | Drittanbieter-App | laufend |
| Custom | Eigenentwicklung oder Middleware | Projekt |
| – | nicht möglich, auch nicht auf Plus | Plattformfrage |
Prüfreihenfolge bei jeder Anforderung: Nativ → Plan → App → Function → Custom → Plattformfrage. Ein Schritt wird erst übersprungen, wenn er die Anforderung nachweislich nicht abdeckt.
1. Firmen & Kunden
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Company-Profile | Firmenkunde als eigenes Objekt statt als getaggter Privatkunde | Nativ |
| Standorte | Je Standort eigene Adressen, Steuer-ID, Steuerbefreiung, Zahlungsziele, Preise, Checkout-Regeln | Nativ |
| Ansprechpartner | Personen mit Bestellrecht, jeweils mit eigenem Kundenkonto | Nativ |
| Berechtigungen | Zwei Stufen: Standort-Admin und Nur-Bestellen | Nativ |
| Selbstregistrierung | Formular legt Firma, Standort und Kunde automatisch an; Freigabe manuell oder per Flow | Nativ |
| Eigene Datenfelder | Metafelder auf Firma und Standort, such- und filterbar. Ankerfeld für ERP-Kundennummern | Nativ |
| Vertriebszuordnung | Mitarbeitende sehen nur die ihnen zugewiesenen Accounts | Nativ |
| Massenanlage | Import über Matrixify oder Admin API | Nativ / App |
| Kunden-Migration | Bestehende D2C-Kunden inklusive Bestellhistorie in eine Firma überführen | Nativ |
| Rollen jenseits von zwei Stufen | Freigeber, Nur-Ansicht, Budget pro Person | Custom |
Zu beachten
- Maximal 50 Ansprechpartner pro Standort. Die einzige Grenze im Datenmodell, die in der Praxis erreicht wird, etwa bei einem Grosskunden, dessen komplette Einkaufsabteilung über eine Zentrale bestellt. Lösung: Abteilungen als eigene Standorte anlegen, auch wenn sie physisch am selben Ort sitzen. Vor dem Datenimport klären.
- Die Selbstregistrierung legt immer ein komplettes Set an: neue Firma, neuer Standort, neuer Kunde. Sie kann nichts an etwas Bestehendes anhängen. Registriert sich ein zweiter Einkäufer einer bereits angelegten Firma über das Formular, entsteht eine Dublette ohne Katalog, also mit Standardpreisen, die jemand im Admin manuell zusammenführen muss. Weitere Personen werden deshalb vom Standort-Admin im Kundenkonto eingeladen oder vom Händler im Admin angelegt. Das Formular ist nur für echte Neukunden. Gehört in die Kundenschulung, sonst entstehen über Monate Dubletten.
- Bei gegatetem Zugang ist das Formular nicht erreichbar. Liegt der ganze Shop hinter dem Login, sieht ein Nicht-Angemeldeter auch die Registrierung nicht. Dann braucht es einen Weg ausserhalb: Formular auf der Marketing-Website, E-Mail an den Vertrieb, oder Anlage durch den Händler.
2. Preise & Kataloge
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Katalog | Produktauswahl plus Preisregel. Preis und Sichtbarkeit sind dasselbe Objekt | Nativ |
| Prozentuale Anpassung | Pauschaler Auf- oder Abschlag auf den gesamten Katalog | Nativ |
| Fixpreise | Fester Preis pro Variante | Nativ |
| Staffelpreise | Bis zu 10 Mengenstufen pro Produkt, live auf Produktseite und im Warenkorb | Nativ |
| Mengenregeln | Minimum, Maximum, Inkrement — also echte Verpackungseinheiten | Nativ |
| B2B-Rabatte | Automatisch oder per Code, auf Firmenkunden beschränkbar | Nativ |
| Digitale Produkte & Geschenkkarten | Im B2B-Katalog nutzbar | Nativ |
| Mehr als 3 aktive Kataloge | Basic bis Advanced sind auf 3 begrenzt, über alle Markets zusammen | Plus |
| Katalog direkt an Firma/Standort | Zuweisung ohne Umweg über einen Market | Plus |
| Kundenindividueller Preis auf jedem Artikel | Bei vielen Kunden praktisch nur mit unbegrenzten Katalogen | Plus / Custom |
| Nichtlineare oder kombinierte Staffellogik | Rabattlogik, die Kataloge nicht abbilden | Function |
| Kontraktpreise mit Gültigkeitszeitraum | Kataloge kennen kein Von-Bis-Datum | Custom |
Zu beachten
- Bei überlappenden Katalogen gewinnt immer der niedrigste Preis, nicht der spezifischere Katalog. Es gibt keine Priorisierung. Wer einem Standort einen allgemeinen Aktionskatalog und einen individuellen Vertragskatalog zuweist, bekommt artikelweise den jeweils günstigeren Preis, auch wenn der Vertragspreis eigentlich gelten sollte. Regel: Overlaps vermeiden, nicht steuern. Ein Standort bekommt einen Katalog, der alles enthält, was er sehen und zu welchem Preis er kaufen darf.
- Nach Anwendung einer Staffel ist der Preis fix. Ein prozentualer Katalograbatt greift dann nicht zusätzlich obendrauf. Wer „30 Prozent Grundrabatt plus Mengenstaffel" verspricht, muss die Staffelwerte bereits inklusive Grundrabatt hinterlegen.
- Maximal 10.000 Kataloge pro Shop. Relevant nur bei einem Muster: ein eigener Katalog pro Kunde, automatisiert aus dem ERP erzeugt. Dann ist diese Zahl die Obergrenze der Kundenzahl und gehört in die Architekturentscheidung. Bei manuell gepflegten Preisgruppen spielt sie keine Rolle.
- 250 Preise pro API-Request beim Bulk-Sync. Bestimmt die Laufzeit jeder ERP-Preisübertragung. Bei 50.000 Preiszeilen sind das 200 Requests plus Rate Limits, das gehört in die Aufwandsschätzung und in die Frage, ob nachts oder in Echtzeit synchronisiert wird.
3. Bestellung & Checkout
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| B2B-Checkout | Firmenkontext, B2B-Preise, Zahlungsziele, One-Page | Nativ |
| Bestellprüfung | Bestellungen eines Standorts landen als Entwurf statt als Bestellung — einstufig | Nativ |
| Entwurfsbestellungen | Mit Preis-Lock und Inventar-Reservierung, Rechnung direkt daraus | Nativ |
| Bestellnummer des Kunden | PO-Nummer durch Käufer oder Admin | Nativ |
| Einmalige Lieferadresse | Abweichende Adresse direkt im Checkout | Nativ |
| Schnellbestellung | Viele Varianten in einem Schritt in den Warenkorb | Nativ |
| Zusatzfelder im Checkout | Eigene Pflicht- oder Wahlfelder | Function / App |
| Versand- und Zahlungsoptionen filtern | Optionen je Kundengruppe ausblenden, sortieren, ergänzen | Function / App |
| Kontextueller Checkout | Eigene Checkout-Darstellung je Market | Advanced |
| Mehrstufige Freigabekette | Betrag → Freigeber → Protokoll | Custom |
| Bestellupload durch den Käufer | CSV oder PDF hochladen statt klicken | App / Custom |
| Merk- und Bestelllisten | Wiederkehrende Warenkörbe speichern | App / Custom |
4. Zahlungen
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Zahlungsziele | Net 7 / 15 / 30 / 45 / 60 / 90, fällig bei Fulfillment oder bei Erhalt | Nativ |
| Hinterlegte Kreditkarten | Auf Standort-Ebene, auch im Admin belastbar | Nativ |
| Manuelle Zahlungsarten | Vorkasse, Rechnung, Nachnahme, PayPal | Nativ |
| Zahlungserinnerungen | Automatisch zum Fälligkeitsdatum per Flow | Nativ |
| Dynamische Zahlungsziele | Ziel abhängig von Warenkorb, Kunde oder Umsatz | Function |
| Anzahlungen und Teilzahlungen | Deposit und Restzahlung, Zahlung pro Teillieferung | Plus |
| Rechnungskauf mit Bonitätsprüfung | Prüfung und Ausfallschutz durch Anbieter wie Mondu oder Billie | App |
| Kreditlimit mit Checkout-Sperre | Shopify hat kein Kreditlimit-Konzept | Custom |
5. Kundenkonto & Self-Service
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Kundenkonto im Firmenkontext | Bestellhistorie, Standortwahl, passwortloser Login | Nativ |
| Reorder | Frühere Bestellung als neuen Warenkorb duplizieren | Nativ |
| Self-Serve-Retouren | Rücksendung durch den Kunden anstoßen | Nativ |
| Store Credit | Guthaben, gebunden an den Standort | Nativ |
| Eigenes SSO | Anmeldung über eigenen Identity Provider (OAuth 2.0 / OIDC) | Nativ |
| Zusätzliche Kontoseiten | Erweiterungen über Customer Account Extensions | Function / App |
| Rechnungsarchiv | Zugriff auf alle Rechnungen im Konto | Custom |
| Frei gestaltbare Kontoseiten | Kontoseiten sind Shopify-gehostet, nicht per Liquid templatebar | Custom (Headless) |
Zu beachten
- B2B funktioniert ausschliesslich mit den neuen Kundenkonten. Läuft der Shop noch auf den alten, ist deren Migration Voraussetzung und nicht Nachgang. Die alten Konten sind seit Februar 2026 abgekündigt, das Abschaltdatum steht aus.
- Der Login ist passwortlos. Der Kunde erhält einen Code per E-Mail. Bei Firmenkunden mit Sammelpostfächern oder strengen Mail-Filtern vorab testen; das ist ein häufiger Grund für Support-Tickets nach Launch.
- Die Kontoseiten sind Shopify-gehostet und nicht per Liquid anpassbar. Gestaltungswünsche lassen sich nur über Account-Extensions umsetzen oder gar nicht. Wer eine vollständig eigene Oberfläche braucht, landet bei Headless. Das früh sagen, nicht im Design-Review.
6. Storefront
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Trade-Theme | B2B-Theme, unter anderem mit versteckten Preisen vor Login | Nativ |
| Firmendaten im Theme | Firmen- und Standortdaten in Templates und E-Mails ausgeben | Nativ |
| B2B-Inhalte per Liquid | Inhalte über customer.b2b unterscheiden | Nativ |
| Unterschiedliche Inhalte je Market | B2B und D2C mit eigenem Kontext | Advanced |
| Eigenes Theme je B2B-Market | Mehrere Märkte mit eigenem Auftritt | Plus |
| Eigene Portal-Oberfläche | Frei gebaute Storefront mit Firmenkontext | Custom (Headless) |
| Unterschiedliche Benachrichtigungstypen für B2B und D2C | Nur der Inhalt ist bedingbar, nicht der Typ | Custom |
7. Automatisierung & Integration
| Feature | Beschreibung | |
|---|---|---|
| Flow mit B2B-Objekten | Zahlungsziele nach Umsatz anpassen, Freigaben automatisieren, überfällige Accounts markieren, Reorder-Erinnerungen | Nativ |
| Admin API | Vollzugriff auf Firmen, Standorte, Kataloge, Preislisten — auch ohne Plus | Nativ |
| ERP-Konnektoren | NetSuite nativ; Fulfil, Patchworks, Kensium für Sage, Acumatica, Brightpearl | App |
| EDI-Bestellungen | Über SPS Commerce oder Crstl als Entwurfsbestellungen in den Admin | App |
| Analytics im B2B-Kontext | Berichte nach Firmenkunden filtern | Nativ |
| ERP mit individueller Preis- oder Kontraktlogik | Preise, Bestand oder Bonität kommen aus dem Fremdsystem | Custom |
| Punchout (cXML, OCI, Ariba, Coupa) | Einkaufsplattform des Kunden greift direkt zu | Custom |
| Lagerallokation nach Kundentyp | Im gemeinsamen Shop ist der Bestand geteilt | Custom / zweiter Shop |
8. Plan-Vergleich
Nur vier Unterschiede sind relevant. Alles Übrige ist plan-unabhängig.
| Basic | Grow | Advanced | Plus | |
|---|---|---|---|---|
| Aktive Kataloge | 3 | 3 | 3 | unbegrenzt |
| Katalog direkt an Firma/Standort | – | – | – | ✔ |
| Anzahlungen, Teilzahlungen, Zahlung pro Teillieferung | – | – | – | ✔ |
| Kontextueller Checkout & Storefront | – | – | ✔ | ✔ |
Voraussetzung auf Basic bis Advanced: Der Shop läuft auf den neuen Shopify Markets. Bei Altshops ist das nicht automatisch der Fall. Vor jeder Zusage im Kundenshop prüfen, sonst ist der erste Projektschritt eine Markets-Migration, die niemand eingeplant hat.
9. Datenmodell
Company Firmenkunde (Dachobjekt) ├─ CompanyLocation Der kaufende Standort: Preise, Steuer, Zahlungsziele └─ CompanyContact Personen mit Bestellrecht Catalog = PriceList (Preise) + Publication (Sichtbarkeit) Market = Gruppierungsebene für die Katalogzuweisung
Sechs Punkte, aus denen sich fast jede Grenze ableiten lässt:
- Der Standort kauft, nicht die Firma. Preise, Steuerbefreiung und Zahlungsziele hängen am Standort.
- Kataloge hängen immer am Standort, nie an der Firma oder am Kontakt.
- Preis und Sichtbarkeit sind identisch. Etwas verstecken heißt: aus dem Katalog nehmen.
- Es gibt zwei Berechtigungsstufen. Mehr ist Eigenbau.
- Kein Kreditlimit-Konzept. Auf keinem Plan.
- Keine Sicht auf das ERP. Verfügbarkeit, offene Posten, Bonität und Kontrakte liegen außerhalb.
10. Ein Shop oder zwei
Diese Entscheidung fällt vor allen anderen und ist praktisch irreversibel.
| Gemeinsamer Shop | Separater B2B-Shop | |
|---|---|---|
| Admin | einer | zwei |
| Lager | geteilt, keine Trennung nach Kundentyp | getrennt |
| Zugang gaten | nicht möglich | vollständig |
| Auftritt | identisch, Unterschiede über Kontext | frei |
| Benachrichtigungen | nur Inhalt unterscheidbar | B2B-spezifisch |
| Versand & Zahlung | gleiche Optionen, Trennung über Function oder App | nur B2B |
| Apps & Integrationen | einmal | doppelt einrichten und bezahlen |
| Selbstregistrierung | verfügbar | nicht bei gegatetem Zugang |
Entscheidungsregel: Gleiche Produkte, gleiches Lager, gleiches Team → gemeinsamer Shop. Getrenntes Lager oder gegateter Zugang → separater Shop.
11. App-Auswahl
Ausschlusskriterium zuerst: Setzt die App auf dem nativen Datenmodell auf, oder umgeht sie es? Apps, die mit Kunden-Tags, Variantenduplikaten oder umgeleiteten Entwurfsbestellungen arbeiten, kollidieren mit nativem B2B, verfälschen Analytics und Bestände und machen jede spätere Migration teuer.
Danach prüfen:
- Aktuell gepflegt, „Built for Shopify", Support erreichbar
- Preismodell auf 24 Monate hochgerechnet. Einige Anbieter haben harte Bestellobergrenzen in den unteren Tarifen
- Datenhoheit: Wo liegen Preise und Firmendaten, was passiert bei Deinstallation
- Läuft auf Checkout Extensibility und Functions, nicht auf Altmechanismen
- Anzahl injizierter Skripte, clientseitig gerenderte Preise (SEO und Performance)
- Überschneidung mit oder Blockade von nativen Funktionen
- Im Trial mit echten Szenarien getestet: Staffelpreis, Mindestmenge mit Inkrement, Net-30-Bestellung, Retoure
Keine App nehmen, wenn eine Plan-Grenze das eigentliche Problem ist, drei Apps ein Problem lösen, oder die App zum führenden System für Preise wird.
12. Eigenentwicklung: Stufen
Immer die kleinste ausreichende Stufe anbieten.
| Stufe | Mittel | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 1 | Theme und Liquid | B2B-Inhalte, Preise vor Login verstecken, Firmendaten anzeigen |
| 2 | Shopify Functions | Preis-, Rabatt-, Versand-, Zahlungs- und Validierungslogik. Functions kennen den Firmenkontext |
| 3 | Checkout- und Account-Extensions | Zusatzfelder, zusätzliche Kontoseiten |
| 4 | Custom App mit Admin API | Eigene Admin-Oberflächen, Massenpflege, Sync-Logik |
| 5 | Middleware | ERP, PIM, WMS oder Bonitätsprüfung als führendes System |
| 6 | Headless | Eigene Portal-Oberfläche |
Bewährtes Muster: Metaobjects als Datenhaltung plus Cart-Transform-Function für die Preislogik. Damit lassen sich kundenindividuelle Preise und nichtlineare Staffeln ohne Katalog-Missbrauch und ohne App abbilden.
Zu beachten: Pro Shop ist nur eine Cart-Transform-Function aktiv. Sie ist damit eine knappe Ressource. Installiert eine App eine eigene, ist der Platz belegt und umgekehrt blockiert unsere Function künftige Apps, die darauf angewiesen sind. Vor dem Bau prüfen, ob der Slot frei ist, und im Projekt dokumentieren, dass er belegt wurde.
Gerechtfertigt, wenn mindestens eines zutrifft: Ein Fremdsystem führt die Daten. Der Prozess ist der Wettbewerbsvorteil. Keine App deckt 80 Prozent ab. App-Kosten skalieren schlechter als Entwicklung. Compliance verbietet den Datenabfluss. Der App-Stack ist selbst das Problem. Eigene Oberfläche ist geschäftskritisch.
13. DACH und Schweiz
| Thema | Stand | Lösung |
|---|---|---|
| USt-IdNr.-Prüfung | Native VIES-Prüfung gibt es im Gast- und Shop-Pay-Checkout, nicht im B2B-Checkout | Prüfung ins Onboarding legen, Steuerbefreiung am Standort setzen; App oder Middleware |
| Reverse Charge | Nur grenzüberschreitend EU bzw. EU→UK, abhängig vom Fulfillment-Standort. Bei VIES-Ausfall wird Steuer berechnet, kein Override | Shopify Tax für EU/UK, Evidenz außerhalb des Checkouts sichern |
| Schweizer MWST | Shopify Tax deckt CH nicht ab. Normalsatz 8,1 %. Erhöhung auf 8,5 % beschlossen, frühestens 2028 und referendumspflichtig | manuelle Steuereinstellungen |
| Zoll CH↔EU | Für die Zollberechnung im Checkout wird neben dem Zolltarif das Produktgewicht benötigt | Gewichte pflegen, Markets-Zollfunktion |
| QR-Rechnung | Schweizer Standard seit 2022, keine B2B-Pflicht zur strukturierten E-Rechnung | App |
| E-Rechnung Deutschland | Empfangspflicht seit 2025. Versandpflicht ab 2027 über 800.000 € Vorjahresumsatz, ab 2028 für alle. ZUGFeRD 2.x, XRechnung. Shopify hat keine native E-Rechnung | App oder ERP |
| Revisionssichere Archivierung | Nicht nativ | App oder ERP |
| Rechnungskauf | Zahlungsziele sind nativ, Bonitätsprüfung und Ausfallschutz nicht | Mondu, Billie oder Warenkreditversicherung |
| Nettopreise | Im gemeinsamen Shop muss die D2C-Seite preisangabenkonform bleiben | Theme- und Market-Konfiguration |
| Widerrufsrecht, AGB | Im B2B abweichend von B2C | Kunde und dessen Anwalt |
14. Unser Angebot
| Paket | Für wen | Inhalt | Dauer |
|---|---|---|---|
| Readiness-Check | Alle, die B2B planen oder ein bestehendes Setup hinterfragen | Anforderungsaufnahme, Mapping auf Nativ/Plan/App/Custom, Bewertung des App-Stacks, Plan-Empfehlung mit Kostenvergleich, Ein-oder-zwei-Shops-Empfehlung, Risikoliste, Grobschätzung | Tage |
| Native Aktivierung | Bestehender Shop, bis drei Preisstufen, Standard-Zahlungsziele | Markets-Voraussetzung, Firmen und Standorte, Kataloge und Preise, Zahlungsziele, Selbstregistrierung, Kundenkonten, Theme-Anpassung, Flow, Steuerlogik, Schulung | Wochen |
| B2B-Neubau | Kein Shopify-Bestand oder bewusst separater Shop | wie oben, plus Store-Setup, Theme, Gating, Versand und Zahlung, Rechnungsprozess, Integrationen | Wochen bis Monate |
| Migration | Legacy Wholesale Channel, tag-basierte Apps, alte Kundenkonten, Scripts und checkout.liquid | Datenmigration, Katalogaufbau, Redirects, Neubau von Rabatt- und Versandlogik auf Functions, Tracking auf Web Pixels | projektabhängig |
| ERP-Anbindung | Sobald ein ERP Preise, Bestand oder Kunden führt | Konnektor, Middleware oder Custom-Integration; Führungssystem klären, Sync-Richtung und -Frequenz, ERP-IDs in Metafeldern, Batch-Grenzen und Rate Limits | Wochen bis Monate |
| Custom-Layer | Wenn Kapitel 1 bis 7 mehrere „Custom" ergeben, Shopify aber passt | Preislogik über Metaobjects und Cart Transform, Checkout-Validierung, Freigabelogik, Angebotsprozess auf Entwurfsbestellungen, Kontoerweiterungen, Portal | projektabhängig |
| DACH-Compliance | Meist Position in anderen Projekten | Steuerlogik, USt-IdNr.-Prüfung, Nettopreise, Rechnungsformate, Rechnungskauf | Tage bis Wochen |
| Betrieb | Laufende Kunden | Review nach jeder Edition, Prüfung ob native Funktionen App- oder Custom-Bausteine ersetzen, Fristen-Monitoring | Retainer |
Aktuelle Fristen für Bestandskunden: Shopify Scripts sind seit Ende Juni 2026 abgeschaltet. Die Frist für checkout.liquid auf Basic bis Advanced läuft Ende August 2026 aus. Alte Kundenkonten sind abgekündigt, das Abschaltdatum steht aus.
Dauerangaben sind Erfahrungswerte für die Kalkulation, keine Zusagen. Vor Angebotslegung gegen eigene Projektdaten ersetzen.
15. Wann Shopify nicht passt
Shopify B2B ist das falsche System, wenn eines dieser Themen Kernprozess ist und nicht Ausnahme:
- Angebotsprozess mit Vertragspreisen und Gültigkeitsdaten
- mehrstufige Freigabehierarchien
- harte Kreditlimits mit Echtzeit-Blockade
- Punchout-Integration als Regelfall
- Bestellupload durch den Käufer als zentraler Kanal
- vertraglich fixierte Preislogik weit jenseits der Katalogstruktur
Im DACH-Raum ist Shopware 6 dann die erste Alternative: Die B2B Components decken Angebotsverwaltung, Mitarbeiterverwaltung mit Budgets, Schnellbestellung und Freigaberegeln nativ ab. Danach je nach Größe OroCommerce, Adobe Commerce, Spryker oder SAP Commerce Cloud.
Umgekehrt: Bei überschaubarer B2B-Komplexität und bestehender oder geplanter Shopify-Nutzung ist Shopify B2B 2026 eine tragfähige Wahl.
16. Häufige Fehler
| Fehler | Folge |
|---|---|
| App installieren, was seit April 2026 nativ verfügbar ist | laufende Kosten ohne Nutzen, Migrationsschuld |
| Custom bauen, was nativ existiert | vermeidbarer Aufwand |
| Ein-oder-zwei-Shops ohne Analyse entscheiden | praktisch irreversibel |
| Ohne Requirements-Mapping starten | Lücken werden erst im Build sichtbar |
| App wählen, die das native Datenmodell umgeht | technische Schuld ab Tag eins |
| Überlappende Kataloge anlegen | niedrigster Preis gewinnt, unerwartete Preise |
| Vendor-Blogs als Faktenbasis | falsche Machbarkeitsaussagen |
| Plus-Upgrade nicht durchrechnen | teurere Lösung als der teurere Plan |
| Headless vor den Basics bauen | Portal ohne Reorder, Preise, Zahlungsziele |
| Bonität und Forderungsausfall nicht ansprechen | kaufmännisches Risiko beim Kunden |
| App-Preismodell nicht hochrechnen | Bestellobergrenzen greifen bei Wachstum |
| Fristen ignorieren | Scripts, checkout.liquid, alte Kundenkonten |
17. Pflege dieses Dokuments
Shopify verändert B2B in jeder Edition. Review nach jeder Edition, mindestens quartalsweise. Maßgeblich sind Shopify Help Center und Developer Docs, nicht Blogbeiträge.
Verantwortlich: Patrick Mohr · Letzte Prüfung: 01.09.2026
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